Schulen Gemeinsam Planen

AUSTELLUNG: interaktive Werkstatt

27.10.2017 – 1.4.2018

Festung Franzenfeste

28.10.2017 – 1.4.2018 / Festung Franzensfeste

Eine interaktive Werkstatt für Schuldirektor/-innen, Lehrpersonen und pädagogische Fachkräfte, Verwalter und Planer zum Kennenlernen der ersten Schritte mit Beginn bei Phase Null der Planung von Lernräumen, ausgehend vom pädagogischen Konzept bis hin zur architektonischen Planung.

Die Workshops und Führungen sind kostenlos.

Für Informationen und Terminvereinbarungen kontaktieren Sie Frau Prof. Beate Weyland: b.weyland@unibz.it

 Der Bau einer Schule ist sehr viel mehr als die Planung eines Gebäudes. Es geht darum, eine Zukunft zu entwerfen, in der sich die dörfliche oder die städtische Gemeinschaft wiederspiegelt. Es geht darum, einen lebendigen Ort der Begegnung und des Lernens für die jungen Menschen zu schaffen und die Rolle der Schule im Alltagsleben neu zu denken. Die pädagogisch-didaktischen Herausforderungen formen sich ständig neu und enthalten politische, soziale, ökonomische und kulturelle Akzente. Schule, die zukunftsfähig ist, bleibt in Bewegung, wächst aus sich heraus.

Schon seit geraumer Zeit laufen Versuche, beim Bau von Schulen den Top-Down-Ansatz hinter sich zu lassen und die Nutzer in den Prozess des Entwerfens mit einzubinden. Der partizipative Ansatz gewinnt zunehmend an Bedeutung. Er stützt sich auf die verantwortungsvolle Beteiligung diverser Akteure am Schulbauprozess und geht davon aus, dass die Gestaltung der Räume und Raumensembles die Umsetzung pädagogischer Konzepte unterstützen können.
In Südtirol ist, gemäß den Schulbaurichtlinien von 2009, vorgesehen, vor Beginn der Planung einer Sanierung oder eines Neubaus einer Schule ein Organisationskonzept mit pädagogischer Ausrichtung zu erstellen. Dieses soll Aufschluss darüber geben, wie die Struktur genutzt wird und in welcher Art und Weise pädagogische und didaktische Ansätze umgesetzt werden. Dieses Konzept bildet, versehen mit dem Gutachten der Schulbehörde, die Grundlage für den Entwurf des Raumprogramms und des architektonischen Gesamtprojektes.

In Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Netzwerk „Lernen&Raum“, einem Kooperationsprojekt sämtlicher Institutionen, die mit Schule zu tun haben, wurden in Südtirol mehrere Ansätze partizipativer Projektentwicklungen erprobt.
Auch im restlichen nationalen Raum entstehen Projekte, in welchen der Planung der Architektur ein pädagogischer Prozess vorausgeht, z. B. in der Region Sardinien das Regionale Projekt “ISCOLA”, in Turin das Projekt “TorinoFaScuola” von der Stiftung Agnelli und Compagnia S.Paolo, auf gesamtitalienischer Ebene das vom MIUR organisierte Wettbewerbsverfahren “scuoleinnovative” und die Initiativen der Gruppe INDIRE “Avanguardie educative”.

Zurzeit entsteht eine neue Sensibilität in der Entwicklung eines Dialogs zwischen Pädagogik und Architektur. Es wird erkannt, dass Schulen ihre eigene Identität entwickeln müssen, die getragen wird von den Menschen, die dort arbeiten aber genauso vom schulischen Umfeld, dem Schulträger und der dörflichen bzw. städtischen Gemeinschaft. Pädagogik ist eine Sache, die alle angeht, ebenso die Entwicklung der Rahmenbedingungen, die die Umsetzung der pädagogischen Philosophie unterstützen und sichern.

Schulgemeinschaften, Architektinnen/Architekten, Bauherren… sind vielfach auf diese neue Aufgabe nicht vorbereitet und suchen Unterstützung, um einen entsprechenden Prozess in die Wege zu leiten. Sie kennen auch nicht die Möglichkeiten der gemeinsamen Planung und die Vorteile, die sich aus dieser ergeben.

Die Werkstatt-Ausstellung möchte für Schulgemeinschaften, Architektinnen/Architekten, Bauherren… sichtbar machen, wie partizipative Verfahren gestaltet werden können. Sie möchte in groben Konturen mögliche Abläufe skizzieren und konkrete Einblicke in Entwicklungsverfahren geben, mit dem Ziel, die innere Bereitschaft anzuregen, ähnliche Prozesse in Angriff zu nehmen und sich mutig darauf einzulassen.

Die Werkstatt-Ausstellung bietet einen Parcour an, der durch 10 Räumlichkeiten führt. In diesen werden die wichtigsten Etappen einer gemeinsamen Schulraumentwicklung nachgezeichnet. Konkrete Anregungen und Erfahrungsberichte bereichern den Parcour.

PARCOUR 10 Säle X 10 Etappen der gemeinsamen Planung

  1. SCHULEN – GEMENSAM – (NEU)PLANEN – Was versteht man darunter? Sind wir dafür gerüstet?
  2. SO NICHT – Aus welcher Situation starten wir?
  3. RAUM DER WÜNSCHE – Was wünscht du dir für die Schule der Zukunft?
  4. MENS SANA IN CORPORE SANO – Was machen die anderen Schulen Weltweit?
  5. TRÄUME und VISIONEN – Welche sind deine tiefsten Gedanken bezüglich der Schule der Zukunft?
  6. ZENTREN – Hat die Schule ein Zentrum? Hat sie mehrere? Welche sind die wesentlichsten Knotenpunkte?
  7. MODELLBAU – Wie veranschauliche meine Ideen in 3D? Wieso?
  8. ORGANISATIONSSCHEMEN – Wie setze ich die Ideen in einem Projekt um?
  9. GUTE BEISPIELE IN SÜDTIROL – Was ist bereits gemacht worden? Wie haben Pädagogik und Architektur miteinander gearbeitet?
  10. SCHLUSSFOLGERUNG – Wie geht es weiter?

 

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